
9 überraschende Fakten über Frettchen, die du noch nicht kanntest
, Von Michael van Wassem, 4 min Lesezeit

, Von Michael van Wassem, 4 min Lesezeit
Frettchen sind klüger, sozialer und lustiger als gedacht. Entdecke 9 überraschende Fakten über diese verspielten Jäger.
Eine Socke stehlen, damit wegrennen, als wäre es der Kronschatz, und die Beute dann ängstlich unter dem Sofa verstecken. Wer schon einmal mit einem Frettchen zusammengelebt hat, erkennt dieses Verhalten sofort. Frettchen vereinen die Wendigkeit einer Katze, die Neugier eines Hundes und einen ganz eigenen Dickkopf. Doch woher kommt dieses Verhalten, und was macht dieses Tier eigentlich so besonders? Wir haben neun Fakten über Frettchen zusammengestellt, die selbst erfahrene Frettchenhalter noch überraschen können.
Das Frettchen (Mustela putorius furo) ist ein domestizierter Nachkomme des europäischen Iltis und gehört damit zu den am längsten gehaltenen Haustieren der Welt. Jahrhundertelang wurden Frettchen eingesetzt, um Kaninchen aus ihren Bauen zu jagen — eine Praxis, die als 'Frettieren' bekannt ist und mancherorts noch existiert. Erst in den letzten Jahrzehnten ist das Frettchen vor allem zu einem verspielten Gesellschaftstier geworden.
Frettchen leben kurz und intensiv: Sind sie wach, sind sie überall gleichzeitig, doch danach fallen sie in einen tiefen Schlaf von manchmal 14 bis 18 Stunden. Während dieses Schlafs reagieren sie kaum auf Geräusche, und manche Halter erschrecken sich beim ersten Mal ordentlich, wenn ihr Frettchen sich nicht sofort wecken lässt. Ein weicher, dunkler Rückzugsort wie ein kuscheliges Frettchenbett wird dafür gern genutzt.
Dank einer flexiblen Wirbelsäule und eines kompakten Skeletts kann sich ein Frettchen durch eine Öffnung zwängen, die kaum breiter ist als sein Schädel. Das macht frettchensicheres Einrichten zu einer echten Herausforderung: Schranktüren, Lüftungsgitter und Spalten hinter Möbeln sind beliebte Verstecke. Wer ein Frettchen im Haus hat, sollte jeden Raum buchstäblich auf Frettchenhöhe kontrollieren — auch Öffnungen, die viel zu klein aussehen.
💡 Gut zu wissen: Lass ein Frettchen nie unbeaufsichtigt um Waschmaschine, Trockner oder Sofa laufen. Gerade diese schmalen, dunklen Stellen sind für ein neugieriges Frettchen unwiderstehlich.
Socken, Schlüssel, Kugelschreiber, Kinderspielzeug: Liegt es herum und weckt es das Interesse eines Frettchens, verschwindet es in einem geheimen Versteck. Dieses Sammelverhalten stammt von ihren wilden Vorfahren, die überschüssiges Futter für magere Zeiten versteckten. Beim Frettchen geht es selten um Futter, doch der Drang, Dinge wegzuschaffen, ist genau derselbe.
Beim Spielen machen Frettchen oft ein weiches, gluckerndes Geräusch, im Englischen 'Dooking' genannt. Es klingt wie ein schnelles, sanftes Glucksen und ist fast immer ein Zeichen purer Freude. Hörst du dieses Geräusch beim Spielen, kannst du sicher sein: Dein Frettchen amüsiert sich prächtig.
Manchmal macht ein Frettchen plötzlich seitliche Sprünge, mit gewölbtem Rücken, aufgestelltem Schwanz und weit geöffnetem Maul. Dieser bizarre Tanz, der sogenannte 'Weasel War Dance', wirkt dramatisch, bedeutet aber schlicht: Das finde ich großartig. Er zeigt sich häufig bei neuem Spielzeug, beim Spiel mit dem Halter oder einfach bei überschäumender Laune.
Frettchen sind soziale Tiere, die von Natur aus in Gruppen leben und es lieben, gemeinsam zu toben, zu schlafen und sich zu putzen. Ein Frettchen, das den ganzen Tag allein zu Hause sitzt, langweilt sich schneller und kann dadurch unruhiges oder destruktives Verhalten zeigen. Überlegst du dir ein Frettchen, lies vorher genau nach, was die Haltung alles mit sich bringt, in unserem vollständigen Ratgeber zum Frettchen als Haustier.
Das Sehvermögen eines Frettchens ist nicht besonders scharf, vor allem nicht in offenem Gelände und bei hellem Licht — von Natur aus sind sie auf die Dämmerungsjagd in unterirdischen Gängen ausgelegt, nicht auf scharfes Sehen im Freien. Was ihnen an Sehkraft fehlt, gleichen sie mit einem ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinn mehr als aus. Deshalb erkennt ein Frettchen sein Herrchen oder Frauchen schneller am Geruch und an der Stimme als am Aussehen und reagiert schon auf die Vorratsschranktür, lange bevor es sie aufgehen sieht.
Das Wort Frettchen geht über das Französische auf das lateinische 'furittus' zurück, eine Verkleinerungsform von 'fur': Dieb. Angesichts des Sammelverhaltens aus Punkt 4 ist dieser Name alles andere als zufällig gewählt. Seit Jahrhunderten trägt das Frettchen also buchstäblich den Ruf eines kleinen Ganoven — und dieses Image pflegt es bis heute mit Bravour.
Vom jahrhundertealten Jagdpartner zum notorischen Sammler von Kleinkram: Das Frettchen ist ein Tier mit Charakter und einer überraschend reichen Geschichte. Genau deshalb macht das Zusammenleben mit einem Frettchen so viel Freude, solange du seinen Bedarf an Gesellschaft, Bewegung und einer frettchensicheren Umgebung berücksichtigst. Möchtest du dein Frettchen optimal versorgen, entdecke unseren Kuscheltunnel für Frettchen und unser Frettchenfutter.