Grauer Star (Katarakt) - getrübte Augenlinse beim Hund

Grauer Star (Katarakt) - getrübte Augenlinse beim Hund

Wichtig vorab: Fidello ist kein Tierarzt. Diese Seite dient nur zur Information und ersetzt keine Diagnose. Hast du Zweifel an der Gesundheit deines Hundes oder erkennst du die unten beschriebenen Anzeichen? Wende dich dann immer an einen Tierarzt.

Ein trüber oder bläulich-grauer Schleier über dem Auge deines Hundes kann auf grauen Star (Katarakt) hinweisen. Er zählt zu den häufigsten Ursachen für eine eingeschränkte Sehkraft bei Hunden und kann in jedem Alter auftreten, von jungen Welpen mit einer erblichen Form bis zu älteren Hunden, bei denen sich die Linse allmählich eintrübt.

Was ist grauer Star?

Grauer Star bedeutet, dass sich die Augenlinse, die normalerweise klar ist und Licht zur Netzhaut durchlässt, ganz oder teilweise eintrübt. Je größer der getrübte Teil der Linse, desto stärker ist die Sehkraft eingeschränkt. Bei einer vollständig getrübten Linse kann ein Hund auf diesem Auge kaum noch etwas sehen. Grauer Star betrifft die Linse selbst und sollte nicht mit der normalen, altersbedingten Linsenverhärtung (nukleäre Sklerose) verwechselt werden, die dem Auge ebenfalls einen bläulichen Schleier geben kann, die Sehkraft aber meist kaum beeinträchtigt. Nur ein Tierarzt kann diesen Unterschied sicher feststellen.

Welche Hunde haben ein erhöhtes Risiko?

Grauer Star kann mehrere Ursachen haben. Bei vielen Hunderassen ist eine erbliche Form bekannt, die häufig schon in jungen Jahren auftritt, manchmal bereits im ersten Lebensjahr, manchmal erst mit vier bis fünf Jahren. Rassen, bei denen eine erbliche Form vergleichsweise häufiger gemeldet wird, sind unter anderem der Zwerg- und Großpudel, der Cocker Spaniel, der Labrador Retriever, der Boston Terrier, die Französische Bulldogge, der Staffordshire Bullterrier, der Australian Shepherd sowie nordische Rassen wie der Siberian Husky, der Alaskan Malamute und der Samojede. Bei einigen dieser Rassen ist der genetische Hintergrund inzwischen bekannt. Daneben ist Diabetes mellitus eine wichtige Ursache: Bei Hunden mit Diabetes entwickelt sich die Linsentrübung oft schnell, manchmal schon innerhalb weniger Wochen nach der Diagnose, unabhängig davon, wie gut der Diabetes eingestellt ist. Auch höheres Alter, eine frühere Augenentzündung, eine Verletzung des Auges und, in seltenen Fällen, eine langfristige Einwirkung bestimmter Substanzen können zu grauem Star führen. Eine erbliche Veranlagung bedeutet nicht automatisch, dass ein Hund die Erkrankung entwickelt.

Symptome

Das auffälligste Anzeichen ist ein weißer, bläulich-grauer oder milchiger Schleier in der Pupille, der bei fortgeschrittenem grauem Star mit bloßem Auge gut sichtbar ist. Frühe Stadien sind oft schwerer zu erkennen und werden am besten von einem Tierarzt beurteilt. Neben der sichtbaren Verfärbung kann ein Hund mit eingeschränkter Sehkraft vorsichtiger werden, beim Treppensteigen oder Springen zögern, häufiger gegen Möbel oder Türrahmen stoßen (vor allem in der Dämmerung oder in unbekannter Umgebung) oder weniger aktiv auf Bewegungen reagieren. Bei Hunden mit Diabetes kann die Verschlechterung auffallend schnell verlaufen. Anzeichen, die schnelles Handeln erfordern, sind ein plötzlich rotes, schmerzhaftes oder zugekniffenes Auge, eine plötzliche, starke Verschlechterung der Sehkraft oder eine sichtbare Schwellung des Auges.

Wann zum Tierarzt?

Lass jede sichtbare Trübung oder Verfärbung des Auges von einem Tierarzt beurteilen, auch wenn dein Hund sich sonst unauffällig verhält. Wende dich schneller an einen Tierarzt, wenn ein Hund mit Diabetes plötzlich schlechter zu sehen scheint, und suche noch am selben oder nächsten Tag Hilfe bei einem roten, schmerzhaften, auffällig größeren oder zugekniffenen Auge: Das kann auf eine Entzündung oder einen erhöhten Augeninnendruck hinweisen, die rasch behandelt werden müssen.

Wie wird er festgestellt?

Ein Tierarzt untersucht das Auge mit speziellen Instrumenten, etwa einer Spaltlampe, um festzustellen, ob sich die Trübung in der Linse befindet und wie ausgeprägt sie ist. Häufig wird auch geprüft, ob eine zugrunde liegende Ursache vorliegt, zum Beispiel durch eine Blutuntersuchung auf Diabetes. Bei Unklarheiten oder wenn eine Operation in Betracht gezogen wird, überweist der Tierarzt an einen veterinärmedizinischen Augenspezialisten, der mit weiterführenden Untersuchungen, manchmal einschließlich einer Ultraschalluntersuchung des Auges, beurteilt, ob die Netzhaut hinter der getrübten Linse noch gut funktioniert. Diese Seite kann dir nicht sagen, ob dein Hund grauen Star hat; nur eine Untersuchung durch einen Tierarzt gibt darüber Klarheit.

Behandlung im Überblick

Es gibt kein Medikament, das einen bestehenden grauen Star verschwinden lässt. Die einzige Behandlung, die die Sehkraft wiederherstellen kann, ist ein chirurgischer Eingriff, bei dem die getrübte Linse entfernt und häufig durch eine Kunstlinse ersetzt wird; dies wird von einem veterinärmedizinischen Augenspezialisten durchgeführt. Nicht jeder Hund kommt dafür infrage: Die Eignung hängt unter anderem vom Zustand der Netzhaut, dem allgemeinen Gesundheitszustand und eventuellen weiteren Augenproblemen ab. Wird keine Operation durchgeführt oder ist sie nicht möglich, bleibt eine regelmäßige Kontrolle wichtig, da ein unbehandelter, fortgeschrittener grauer Star langfristig zu einer Entzündung im Auge oder erhöhtem Augeninnendruck führen kann. Der endgültige Behandlungsplan wird immer vom Tierarzt oder Augenspezialisten festgelegt und auf den einzelnen Hund abgestimmt.

Was du selbst tun kannst

Ein Hund mit eingeschränkter Sehkraft kommt oft erstaunlich gut zurecht, besonders in einer vertrauten Umgebung. Du kannst dabei helfen, indem du Möbel nicht unnötig umstellst, Hindernisse und lose Gegenstände auf den Laufwegen vermeidest und Treppen oder den Pool zusätzlich sicherst. Ruhiges Ansprechen, bevor du deinen Hund berührst oder dich näherst, sowie feste Geruchs- oder Geräuschsignale, etwa am Napf oder Körbchen, können die Orientierung erleichtern. Das sind praktische Anpassungen, die den Alltagskomfort unterstützen; sie ersetzen keine medizinische Behandlung oder Kontrolle.

Vorbeugung und verantwortungsvolle Zucht

Bei Rassen mit bekannter erblicher Form lassen verantwortungsvolle Züchter die Elterntiere vor dem Zuchteinsatz augenärztlich untersuchen, zum Beispiel im Rahmen eines offiziellen Augenuntersuchungsprogramms. Frage als Käufer nach diesen Ergebnissen. Bei Hunden mit Diabetes kann eine möglichst stabile Blutzuckereinstellung, in Absprache mit dem Tierarzt, dazu beitragen, die Entstehung von grauem Star hinauszuzögern, auch wenn dies keine Garantie ist, dass die Erkrankung ausbleibt. Für die altersbedingte Form gibt es keine erwiesene Möglichkeit, das Entstehen zu verhindern.

Leben mit grauem Star

Viele Hunde mit grauem Star, auch solche, die nicht operiert werden, passen sich gut an eine eingeschränkte oder fehlende Sehkraft an, besonders wenn ihre Umgebung vertraut und vorhersehbar bleibt. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen bleiben wichtig, um Komplikationen wie Entzündungen oder erhöhten Augeninnendruck frühzeitig zu erkennen. Mit der richtigen Begleitung kann ein Hund mit grauem Star, operiert oder nicht, in der Regel weiterhin eine gute Lebensqualität haben.

Häufig gestellte Fragen

Wird mein Hund durch grauen Star blind?
Das hängt davon ab, wie stark die Linse betroffen ist und ob ein oder beide Augen betroffen sind. Ein teilweiser grauer Star schränkt die Sehkraft ein, ein vollständiger kann auf diesem Auge zu (nahezu) Blindheit führen. Nur ein Tierarzt kann das für deinen Hund einschätzen.

Ist eine Operation immer notwendig?
Nein. Nicht jeder Hund kommt für eine Operation infrage, und nicht jeder Halter entscheidet sich dafür. Regelmäßige Kontrollen bleiben dann wichtig, um Komplikationen zu erkennen.

Kann grauer Star von selbst verschwinden?
Nein, ein einmal entstandener grauer Star verschwindet nicht von selbst und bessert sich nicht durch Medikamente oder Futter.

Ist grauer Star dasselbe wie der bläuliche Schleier, den ältere Hunde oft bekommen?
Nicht unbedingt. Viele ältere Hunde entwickeln eine harmlose, altersbedingte Linsenverhärtung (nukleäre Sklerose), die ähnlich aussieht, die Sehkraft aber meist kaum beeinträchtigt. Nur eine augenärztliche Untersuchung schafft hier Klarheit.

Fazit

Grauer Star ist eine der häufigsten Ursachen für eingeschränkte Sehkraft bei Hunden, wobei erbliche Veranlagung und Diabetes die beiden wichtigsten Ursachen sind. Frühe Anzeichen zu erkennen, rechtzeitig einen Tierarzt aufzusuchen und im Zweifel an einen veterinärmedizinischen Augenspezialisten zu überweisen, machen den Unterschied zwischen einem Hund, der unnötig lange mit eingeschränkter Sehkraft lebt, und einem Hund, bei dem Komplikationen rechtzeitig erkannt oder die Sehkraft möglicherweise wiederhergestellt wird.

Zum Schluss

Zum Schluss: Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Fidello stellt keine Diagnosen und schreibt keine Behandlungen vor. Bei Zweifeln, anhaltenden Beschwerden oder akuten Anzeichen ist ein Tierarzt immer der richtige nächste Schritt.

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