Schilddrüsenunterfunktion beim Hund - träge Schilddrüse
Schilddrüsenunterfunktion beim Hund - träge Schilddrüse
Wichtig vorab: Fidello ist kein Tierarzt. Diese Seite dient der Information und ersetzt keine Diagnose. Bist du unsicher über die Gesundheit deines Hundes oder erkennst du die unten beschriebenen Anzeichen? Wende dich dann immer an einen Tierarzt.
Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) ist eine hormonelle Störung, bei der die Schilddrüse deines Hundes zu wenig Schilddrüsenhormon produziert. Dieses Hormon steuert unter anderem den Energieverbrauch, den Stoffwechsel und den Zustand von Haut und Fell, sodass sich ein Mangel meist allmählich durch Müdigkeit, Gewichtszunahme und Fellveränderungen zeigt. Die Erkrankung entwickelt sich in der Regel langsam über Monate, lässt sich gut behandeln, erfordert aber eine lebenslange Betreuung.
Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?
Die Schilddrüse ist ein kleines Organ am Hals, das Schilddrüsenhormon (vor allem Thyroxin, kurz T4) produziert. Bei Hunden entsteht eine Schilddrüsenunterfunktion fast immer dadurch, dass das Schilddrüsengewebe selbst geschädigt wird: meist durch einen allmählichen Abbau der Drüse durch das körpereigene Immunsystem (lymphozytäre Thyreoiditis), manchmal durch eine langsame Alterung und Schrumpfung des Drüsengewebes (idiopathische Atrophie). In beiden Fällen produziert die Schilddrüse auf Dauer zu wenig Hormon, wodurch sich der Stoffwechsel des gesamten Körpers verlangsamt. Ein niedriger Schilddrüsenwert, der durch eine andere, zugrunde liegende Erkrankung entsteht (das sogenannte „Sick-Euthyroid-Syndrom"), ist etwas anderes und wird vom Tierarzt separat beurteilt.
Welche Hunde haben ein erhöhtes Risiko?
Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt am häufigsten bei Hunden mittleren Alters auf, etwa zwischen 4 und 10 Jahren, und wird bei mittelgroßen bis großen Rassen häufiger gemeldet als bei kleinen Rassen. In der tierärztlichen Fachliteratur werden unter anderem der Golden Retriever, der Dobermann, der Cocker Spaniel, der Irish Setter, der Zwergschnauzer, der Dackel, der Boxer und der Airedale Terrier häufiger im Zusammenhang mit einem erhöhten Risiko genannt. Dies deutet bei einem Teil der Fälle auf eine erbliche Komponente hin, doch auch ein Hund ohne erhöhtes Rasserisiko kann die Erkrankung ebenso gut entwickeln. Kastrierte und sterilisierte Hunde scheinen in manchen Studien etwas häufiger diagnostiziert zu werden, was sich möglicherweise teilweise dadurch erklären lässt, dass diese Hunde im Schnitt älter werden und damit häufiger das Risikoalter erreichen.
Symptome
Da Schilddrüsenhormon den Stoffwechsel fast jedes Organs beeinflusst, sind die Anzeichen oft vielfältig und schleichend. Häufig gemeldete Anzeichen sind: anhaltende Müdigkeit und weniger Lust auf Bewegung, Gewichtszunahme ohne vermehrtes Fressen, ein stumpfes, trockenes oder freudloses Fellbild, übermäßiger Fellwechsel, symmetrischer Haarausfall an Flanken und Rumpf (die Rute kann dabei kahler werden, manchmal „Rattenschwanz" genannt), dunkler werdende oder verdickte Haut, erhöhte Kälteempfindlichkeit sowie eine erhöhte Anfälligkeit für Hautinfektionen oder verzögerte Wundheilung. Manche Hunde entwickeln einen auffällig langsamen Herzschlag. Diese Anzeichen entstehen meist langsam über Wochen bis Monate, wodurch sie von Besitzern leicht als „normales Altern" gedeutet werden. Eine sehr seltene, ernste Komplikation ist das sogenannte Myxödemkoma, mit Benommenheit, einer niedrigen Körpertemperatur und vermindertem Bewusstsein - dies ist ein Notfall.
Wann zum Tierarzt?
Wende dich an deinen Tierarzt, wenn dein Hund anhaltend müder ist, ungewöhnlich an Gewicht zunimmt oder deutliche Veränderungen an Fell oder Haut zeigt, auch wenn diese allmählich entstanden sind. Warte bei Zweifeln nicht ab, bis sich die Anzeichen verschlimmern: Je früher die Erkrankung erkannt wird, desto früher kann eine passende Behandlung beginnen. Bei Benommenheit, einer auffällig niedrigen Körpertemperatur, vermindertem Bewusstsein oder Kollaps ist sofortige tierärztliche Hilfe erforderlich - dies kann auf die seltene, schwere Form der Erkrankung hinweisen.
Wie wird sie festgestellt?
Ein Tierarzt stellt eine Schilddrüsenunterfunktion mittels Bluttests fest, meist eine Kombination aus dem Gesamt-T4-Wert, oft ergänzt durch freies T4 und das schilddrüsenstimulierende Hormon (TSH), um sie von anderen Ursachen eines niedrigen Schilddrüsenwerts zu unterscheiden. Da bestimmte andere Erkrankungen und sogar manche Medikamente das Ergebnis beeinflussen können, wägt ein Tierarzt die Blutwerte stets zusammen mit den Symptomen und der körperlichen Untersuchung ab. Diese Seite kann nicht feststellen, ob dein Hund eine Schilddrüsenunterfunktion hat; das kann nur ein Tierarzt nach Untersuchung beurteilen.
Behandlung im Überblick
Eine Schilddrüsenunterfunktion wird mit einem synthetischen Ersatz für Schilddrüsenhormon behandelt, der einmal täglich über das Maul verabreicht wird. Die richtige Dosierung und der Dosierplan werden vom Tierarzt festgelegt und nach Behandlungsbeginn meist mit Bluttests kontrolliert, wonach die Dosis bei Bedarf angepasst wird. Die Behandlung ist in nahezu allen Fällen lebenslang, da die Schilddrüse ihre Funktion nicht von selbst wiedererlangt. Bei gut eingestellter Behandlung verschwinden die meisten Beschwerden allmählich innerhalb weniger Wochen bis Monate.
Was du selbst tun kannst
Gib das verordnete Medikament möglichst konsequent zu denselben Tageszeiten und lasse keine Dosis ausfallen, ohne dies zuvor mit deinem Tierarzt zu besprechen. Behalte das Gewicht deines Hundes im Blick und bespreche eine eventuelle Ernährungsanpassung bei Übergewicht mit deinem Tierarzt, da sich der Stoffwechsel während der Behandlung verändern kann. Halte die empfohlenen Kontrolltermine und Bluttests ein, auch wenn es deinem Hund bereits besser zu gehen scheint, da dies die einzige Möglichkeit ist zu erkennen, ob die Dosierung noch stimmt. All dies ersetzt keine tierärztliche Begleitung.
Vorbeugung und verantwortungsvolle Zucht
Da ein Teil der Fälle eine erbliche Komponente hat, liegt ein Teil der Vorbeugung bei verantwortungsvoller Zucht: Zurückhaltung bei der Zucht mit Hunden, bei denen eine Schilddrüsenunterfunktion oder eine deutlich abweichende Schilddrüsenfunktion festgestellt wurde, sowie bei Risikorassen bei Bedarf eine regelmäßige Schilddrüsenkontrolle der Zuchttiere. Für den einzelnen Besitzer gibt es keine erwiesene Möglichkeit, die Erkrankung zu verhindern; das frühzeitige Erkennen der Anzeichen ist daher die wichtigste Form der „Vorbeugung" gegen lange unbemerkte Beschwerden.
Leben mit einer Schilddrüsenunterfunktion
Bei einer konsequenten, lebenslangen Hormonbehandlung haben Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion in der Regel eine gute Lebenserwartung und Lebensqualität, und die meisten Symptome verschwinden. Wichtig ist vor allem die Disziplin bei der täglichen Medikation und den regelmäßigen Kontrollen, auch wenn dein Hund wieder ganz er selbst zu sein scheint. Bei Zweifeln an der Dosierung, sich verändernden Symptomen oder anderen Gesundheitsproblemen während der Behandlung ist die Rücksprache mit deinem Tierarzt immer der richtige Schritt.
Häufig gestellte Fragen
Lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion bei Hunden gut behandeln?
Ja, mit einem täglichen Hormonersatz unter tierärztlicher Begleitung verschwinden die meisten Beschwerden allmählich, auch wenn die Behandlung meist lebenslang nötig bleibt.
Geht eine Schilddrüsenunterfunktion von selbst wieder weg?
Nein, die Schilddrüse erlangt ihre Funktion in nahezu allen Fällen nicht von selbst wieder, sodass eine ununterbrochene Behandlung nötig bleibt.
In welchem Alter tritt eine Schilddrüsenunterfunktion meist auf?
Die Erkrankung wird am häufigsten bei Hunden mittleren Alters festgestellt, etwa zwischen 4 und 10 Jahren, wobei das genaue Alter je nach Hund variieren kann.
Kann ich eine Schilddrüsenunterfunktion bei meinem Hund selbst erkennen?
Du kannst Anzeichen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme oder Fellveränderungen bemerken, doch eine zuverlässige Feststellung ist nur mit Bluttests durch einen Tierarzt möglich.
Fazit
Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine häufige, sich langsam entwickelnde hormonelle Störung, bei der die Schilddrüse zu wenig Hormon produziert, mit Müdigkeit, Gewichtszunahme und Fellproblemen als den erkennbarsten Anzeichen. Bestimmte Rassen und das mittlere Alter erhöhen das Risiko, doch die Erkrankung kann bei jedem Hund entstehen. Mit Bluttests lässt sich die Diagnose gut stellen, und bei konsequenter, lebenslanger Hormonbehandlung haben die meisten Hunde eine ausgezeichnete Prognose.
Zum Schluss
Zum Schluss: Dieser Artikel ersetzt keinen Tierarztbesuch. Fidello stellt keine Diagnosen und schreibt keine Behandlungen vor. Bei Zweifeln, anhaltenden Beschwerden oder akuten Anzeichen ist ein Tierarzt immer der richtige nächste Schritt.