Vasapapagei - der Papagei mit dem ungewöhnlichsten Paarungsverhalten
Vasapapagei - der Papagei mit dem ungewöhnlichsten Paarungsverhalten
Bei den meisten Papageien ist von der Brutzeit äußerlich wenig zu sehen. Beim Vasapapagei schon: Das Weibchen verliert vorübergehend die Federn am Kopf, wodurch kahle, gelb bis orange gefärbte Haut sichtbar wird, und die Männchen und Weibchen paaren sich in Gruppen, manchmal bis zu drei Viertelstunden am Stück. Das macht den Vasapapagei (Coracopsis nigra) zu einem der auffälligsten, aber auch am wenigsten bekannten Papageien, die in Deutschland und Österreich gelegentlich von spezialisierten Liebhabern gehalten werden. Es handelt sich um einen mittelgroßen, überwiegend dunklen Papagei aus Madagaskar mit einem länglichen Körperbau, einem ausgeprägten Schwarmcharakter und einem Fressverhalten, das sich stark an Früchten statt vor allem an Samen orientiert. Er ist nichts für einen ersten Vogel: Er braucht Platz, Gesellschaft von Artgenossen und einen Halter, der sein unauffälliges, kohlegraues Gefieder nicht mit einem unauffälligen Charakter verwechselt. Wer einen ruhigen, stillen oder leicht erhältlichen Vogel sucht, sollte weitersuchen; wer sich für eine intelligente, soziale und aviaristisch besondere Art mit ausreichend Platz und Zeit interessiert, findet hier einen ehrlichen Kandidaten.
Kerndaten
- Wissenschaftlicher Name: Coracopsis nigra
- Synonyme/Handelsnamen: Vasapapagei, Schwarzer Papagei; nicht zu verwechseln mit dem deutlich größeren Großen Vasapapagei (Coracopsis vasa), einer eigenständigen Art
- Herkunft: Madagaskar und die Komoren
- Größe: etwa 35-40 cm (Länge inklusive Schwanz)
- Gewicht: richtwertig etwa 130-310 Gramm; die Quellen weichen unter anderem wegen Unterschieden zwischen Unterarten voneinander ab
- Lebenserwartung: bei guter Haltung möglicherweise 20 bis 30+ Jahre; beim eng verwandten Großen Vasapapagei sind sogar Alter von über 50 Jahren dokumentiert, rechnen Sie also bei dieser Art mit einer Bindung, die Jahrzehnte dauern kann
- Lautstärke: richtwertig mittel bis kräftig; schrille Rufe, Kreischen und Pfeiftöne sind täglich zu erwarten, besonders rund um die Brutzeit
- Sozialbedarf: lebt von Natur aus in Gruppen; Einzelhaltung wird abgeraten
- Sprach-/Lautnachahmungsvermögen: begrenzt und unterschiedlich; manche Individuen lernen einzelne Wörter oder Laute, eine Garantie ist das nicht
- CITES-Status: Anhang II (EU: Anhang B) - siehe rechtlicher Rahmen unten
- Empfohlenes Erfahrungsniveau: fortgeschritten bis erfahren
- Eignung für ein durchschnittliches deutsches/österreichisches Wohnhaus: begrenzt; der Platz- und Lautstärkebedarf passt besser zu einem freistehenden Haus mit Garten oder einer spezialisierten Vogelanlage als zu einer Wohnung
Rechtlicher Rahmen
Nahezu die gesamte Ordnung der Papageienvögel (Psittaciformes) unterliegt CITES, mit Ausnahme einer kleinen Zahl namentlich genannter, sehr verbreiteter Arten (unter anderem Wellensittich, Nymphensittich, Halsbandsittich und Rosenköpfchen). Der Vasapapagei gehört nicht zu diesen Ausnahmen: Er unterliegt CITES Anhang II, innerhalb der EU umgesetzt als EU-Anhang B (EU-Verordnung 338/97). Das bedeutet, dass die Einfuhr von außerhalb der EU eine gültige CITES-Genehmigung erfordert und dass Sie beim Kauf innerhalb der EU einen Nachweis der legalen Herkunft erhalten müssen, zum Beispiel eine Zuchtbescheinigung mit Angaben zu den Elterntieren.
Für Anhang B gilt nicht dieselbe absolute Beringungspflicht wie für die strenger geschützten Arten des Anhangs A, aber ein nahtlos geschlossener Fußring bei in Gefangenschaft gezüchteten Tieren ist in der Praxis üblich: Ein Vogel mit einem solchen Ring ist von umfangreicheren administrativen Pflichten befreit, und der Ring gilt in der Praxis als der klarste Nachweis legaler, registrierter Zucht. Ein Chip ist bei dieser Art nicht üblich. Eine gesonderte Melde-, Genehmigungs- oder Haltungsverbotspflicht für privaten Besitz gilt für einen Anhang-B-Vogel wie den Vasapapagei nicht.
Quelle: das CITES-Abkommen (Appendix-II-Einstufung für die Ordnung Psittaciformes, mit den oben genannten Ausnahmen) sowie dessen Umsetzung über die EU-Verordnung 338/97 (Anhang B). Kontrolldatum dieser Informationen: 20. September 2026. Gesetze können sich ändern: Überprüfen Sie den aktuellen CITES- und Beringungsstatus vor der Anschaffung stets selbst bei der zuständigen Naturschutzbehörde (in Deutschland z. B. dem BfN, in Österreich der jeweiligen Landesbehörde).
Eignungscheck
Passt möglicherweise, wenn Sie:
- in einem freistehenden Haus wohnen oder einen großen Garten mit Platz für eine Voliere haben, oder bereits über eine große Innenvoliere verfügen;
- Erfahrung mit größeren, intelligenten Papageien haben oder bereit sind, diese über einen spezialisierten Züchter/Verein aufzubauen;
- bereit sind, mindestens zwei Vögel statt einem zu halten;
- eine tägliche Lautstärke mit schrillen Rufen ertragen können, auch früh morgens;
- bereit sind, eine frucht- und pelletreiche Ernährung statt vor allem Samen anzubieten;
- bei einer möglicherweise jahrzehntelangen Bindung bereits an eine Nachfolgehaltung denken.
Passt wahrscheinlich nicht, wenn Sie:
- in einer Wohnung oder einem Reihenhaus mit dünnen Wänden wohnen und Lärmbelästigung vermeiden möchten;
- einen ersten Vogel ohne Erfahrung mit größeren Papageien suchen;
- den Vogel einzeln ohne Artgenossen halten möchten;
- wenig Zeit für tägliche Pflege, Interaktion und Beschäftigung haben;
- einen gut sprechenden oder extrem zahmen Vogel als Hauptgrund für die Anschaffung suchen.
Name und Klassifikation
Der Vasapapagei gehört zur Gattung Coracopsis, innerhalb der Familie Psittaculidae (afrikanisch-madagassische Papageien). Die Gattung umfasst neben Coracopsis nigra auch den deutlich größeren Großen Vasapapagei (Coracopsis vasa) und den Seychellen-Vasapapagei, den manche Quellen als eigenständige Art (Coracopsis barklyi) und andere als Unterart von Coracopsis nigra betrachten - die Taxonomie Letzterer ist nicht vollständig geklärt. Verwechseln Sie den Vasapapagei keinesfalls mit seinem größeren Verwandten: Der Große Vasapapagei ist deutlich kräftiger, hat ein eigenes Haltungs- und Ernährungsprofil und verdient eine eigene Artseite, keine Zusammenlegung. Gängig separat gehandelte Farbmutationen sind von dieser Art nicht bekannt; der Name "Schwarzer Papagei" wird gelegentlich verwendet, ist aber keine offizielle Bezeichnung.
Herkunft und Verbreitung in der Wildnis
Der Vasapapagei kommt endemisch auf Madagaskar und den Komoren vor, wo er in nahezu allen Waldtypen anzutreffen ist: von feuchtem Regenwald bis zu trockeneren Waldrändern und Waldfragmenten in der Nähe von Ackerland. Die Art lebt in der Wildnis in losen Gruppen und ernährt sich zu einem großen Teil von Früchten, Samen und Blüten, im Gegensatz zu vielen anderen Papageien, die sich stärker auf Samen stützen. Sie brütet in Baumhöhlen. Die madagassischen Waldgebiete, in denen die Art lebt, stehen unter zunehmendem Druck durch Abholzung, was die Wildpopulation indirekt anfälliger macht, auch wenn die Art selbst derzeit nicht als bedroht eingestuft wird. Die Art wird seit einigen Jahrzehnten, aber in begrenzter Zahl, von spezialisierten europäischen Züchtern gezüchtet; eine großflächige, gängige Verfügbarkeit wie bei einem Wellensittich oder Agaporniden gibt es nicht.
Aussehen und Geschlechtsunterschied
Das Gefieder ist überwiegend dunkelbraun bis schwärzlich, mit einem gräulich-grünen Schimmer an den Flügeln, der vor allem während der Brutzeit sichtbar ist; der Schnabel ist grau bis hornfarben. Männchen und Weibchen sind gefiedermäßig kaum zu unterscheiden (monomorph), weshalb eine DNA-Geschlechtsbestimmung in der Praxis die zuverlässigste Methode zur Geschlechtsfeststellung ist. Das auffälligste optische Merkmal dieser Art tritt gerade vorübergehend auf: Brütende Weibchen verlieren die Kopffedern und bekommen kahle, gelb bis orangefarbene Haut am Kopf, die nach der Brutzeit wieder mit Federn bedeckt wird. Junge Vögel ähneln erwachsenen Exemplaren, sind aber in der Regel etwas matter in der Farbe, bis die erste vollständige Mauser abgeschlossen ist.
Charakter und Verhalten
Erfahrene Halter beschreiben den Vasapapagei als neugierig, verspielt und sozial eingestellt, sowohl gegenüber Artgenossen als auch gegenüber seiner Bezugsperson, mit einem merklich hohen Aktivitätsniveau: Dieser Vogel sitzt selten lange still. Er verbindet eine ausgeprägte Gruppenorientierung mit einer gehörigen Portion Eigensinn - einmal an eine feste Bezugsperson und Umgebung gewöhnt, erkundet er diese aktiv, statt passiv abzuwarten. Die individuelle Variation ist groß: handaufgezogene Vögel sind in der Regel offener gegenüber Menschen, während elternaufgezogene Exemplare zurückhaltender bleiben können. Geben Sie einem neuen Vasapapagei, besonders einem Gebrauchtvogel mit unbekannter Vorgeschichte, ausreichend Zeit zur Eingewöhnung, bevor Sie erwarten, dass er aktiv Kontakt sucht.
Laute und Sprachvermögen
Rechnen Sie mit einem Vogel, der sich täglich bemerkbar macht: schrille Rufe, Kreischen und verschiedene Pfeiftöne gehören zum normalen Repertoire, mit einem deutlichen Höhepunkt rund um die Brutzeit, wenn Weibchen laut rufen, um Männchen zu ihrem Nistplatz zu locken. Das ist kein Einzelfall, sondern ein vorhersehbares, wiederkehrendes Merkmal der Art. In einem freistehenden Haus mit ausreichend Abstand zu Nachbarn lässt sich das in der Regel besser bewältigen als in einem Reihenhaus oder einer Wohnung. Das Sprach- und Lautnachahmungsvermögen ist vorhanden, aber unterschiedlich und begrenzter als beispielsweise bei einem Graupapagei: manche Vögel schnappen ein paar Wörter oder Alltagsgeräusche auf, andere kaum. Stellen Sie dies bei der Anschaffung niemals als garantierte Eigenschaft dar.
Sozialbedarf
Der Vasapapagei ist von Natur aus ein Gruppentier, das in der Wildnis in losen Verbänden mit Artgenossen lebt. Von einer tierschutzgerechten vollständigen Einzelhaltung - also ohne Artgenossen und nur mit menschlichem Kontakt - wird bei dieser Art abgeraten; halten Sie sie vorzugsweise mindestens paarweise oder in einer kleinen Gruppe. Unzureichender sozialer Kontakt, ob mit Artgenossen oder mit der Bezugsperson, erhöht bei dieser Art das Risiko von Langeweile, übermäßigem Schreien und Federrupfen. Rechnen Sie neben der Anwesenheit von Artgenossen auch mit täglicher, aktiver Zuwendung durch den Halter: Eine große Voliere mit Vögeln, die ansonsten sich selbst überlassen bleiben, reicht für diese intelligente Art nicht aus.
Umgang mit Kindern und anderen Haustieren
Vögel wie der Vasapapagei werden regelmäßig gerade von oder für eine Familie mit Kindern angeschafft, und das verdient eine konkrete und ehrliche Antwort, nicht nur eine Warnung. Unter Aufsicht können Kinder ab etwa acht bis zehn Jahren, wenn sie ruhiges Verhalten und Anweisungen gut befolgen, bei der Fütterung und einfachen Pflegeroutinen mithelfen; jüngere Kinder können den Vogel gut beobachten und miterleben, sollten ihn aber nicht selbstständig handhaben. Die tägliche Pflege, die Anschaffung geeigneter Haltung und die Endverantwortung über Jahrzehnte liegen in der Praxis bei einem Erwachsenen, auch wenn der Vogel formal "dem Kind gehört". Einige Eigenschaften dieser Art machen sie als Familienanschaffung weniger naheliegend als einen kleinen Sittich: Die Bisskraft eines Schnabels dieser Größe kann bei einem unvorsichtigen Biss wirklich wehtun, die Lautstärke ist kräftig genug, um ein kleines Kind zu erschrecken (und umgekehrt), und die jahrzehntelange Lebenserwartung bedeutet, dass der Vogel Ihr Kind weit ins Erwachsenenalter begleiten kann - eine schöne Aussicht, die aber verlangt, vorab an eine Nachfolgehaltung zu denken. Eine schöne, sichere Art, ein Kind wirklich einzubeziehen, ist der gemeinsame Aufbau einer festen Pflegeroutine: gemeinsam zu einer festen Zeit den Futternapf füllen, gemeinsam nach dem Badenäpfchen schauen, und dem Kind beibringen, die deutlichen Körpersignale des Vogels (aufgestellte Nackenfedern, Hecheln, Ausweichen) als "jetzt nicht anfassen" zu erkennen. Andere Vögel im Haus erfordern einen sorgfältigen Eingewöhnungsprozess und ausreichende Raumaufteilung, um Konflikte zu vermeiden; Hunde und Katzen stellen ein reales Beuterisiko für einen Vogel dieser Größe dar und verdienen dauerhafte Aufsicht, niemals das Vertrauen, dass "sie sich schon aneinander gewöhnen".
Haltung
Denken Sie bei dieser Art nicht an einen Käfig auf einem Tisch, sondern an eine Voliere, in der der Vogel täglich tatsächlich fliegen kann. Rechnen Sie für ein Paar mit einer Mindestgröße der Voliere von etwa 2 mal 1 mal 2 Metern (Breite x Tiefe x Höhe), aber eine geräumigere, vorzugsweise begehbare Voliere von drei Metern Länge oder mehr bietet spürbar mehr Bewegungsraum und ist für diese aktive, von Natur aus weiträumig fliegende Art die bessere Wahl. Breite zählt bei Vögeln schwerer als Höhe, weil fast alle Flugbewegungen horizontal erfolgen: Eine niedrige, breite Voliere ist für das Wohlbefinden wertvoller als ein schmaler, hoher Käfig. Wählen Sie einen Gitterabstand von höchstens etwa 16-18 mm: zu weit birgt Einklemmrisiko für den Kopf eines Vogels dieser Größe, zu eng ist unnötig einschränkend.
Platzieren Sie die Voliere zugluftfrei, also nicht direkt zwischen Tür und Fenster und nicht in der Nähe einer Klima- oder Lüftungsöffnung, niemals in der Küche (erhitzte Antihaftbeschichtungen geben Dämpfe ab, die für Vögel tödlich sein können), und nicht in voller Sonne ohne Schattenmöglichkeit. Vermeiden Sie gleichzeitig eine isolierte Ecke: Als Gruppentier fühlt sich ein Vasapapagei an einem sozialen, lebendigen Ort im Haus wohler als allein in einem stillen Zimmer. Hängen Sie mehrere Sitzstangen in unterschiedlicher Dicke und Material auf - vorzugsweise Naturholz mit Rinde statt ausschließlich glatte Stangen - und verteilen Sie sie auf verschiedene Höhen, damit die Fußsohlen nicht immer an derselben Stelle belastet werden. Platzieren Sie Futter- und Wassernäpfe nicht direkt unter einer hohen Sitzstange, um Verschmutzung durch Kot zu vermeiden, und sorgen Sie für einen festen, gut erreichbaren Platz mit ausreichend Abstand zum Schlafplatz. Wählen Sie eine Bodeneinstreu, die Sie leicht wechseln können und die keinen Feinstaub oder Schimmel verursacht.
Eine Voliere, wie geräumig auch immer, ist für diese Art nicht der einzige Lebensraum: täglicher, kontrollierter Freiflug oder Auslauf in einem vogelsicheren Raum ist für einen aktiven Früchte- und Baumbewohner wie den Vasapapagei ein reales Wohlbefinden-Bedürfnis, kein Luxus. Bauen Sie außerdem einen abwechselnden, wiederkehrenden Beschäftigungsplan auf, statt einer einmaligen Anschaffung: Verstecken Sie beliebte Fruchtstücke in Beschäftigungsmaterial, damit der Vogel wie in der Wildnis danach suchen muss, hängen Sie den Futterkorb etwas höher als die Schulterhöhe des Vogels, damit er klettern muss, um heranzukommen, und wechseln Sie regelmäßig Ort und Art des Nagematerials, um Langeweile zu vermeiden. Ein Morgen, der mit einer frisch erneuerten Beschäftigungsecke statt mit einem leeren Samennapf beginnt, ist genau der Unterschied zwischen einer Voliere, die überlebt, und einer Voliere, in der ein Vasapapagei wirklich gedeiht.
Für die Voliere selbst ist die Kerbl Holz-Vogelvoliere Romantik eine der geräumigsten fertigen Optionen im festen Sortiment und ein brauchbarer Ausgangspunkt; für ein Paar Vasapapageien ist eine noch geräumigere, vorzugsweise begehbare Voliere oder ein umgebauter Raum/Außenvoliere jedoch die bevorzugte Option. Für Sitzstangenvielfalt passen die Trixie Natursitzstange mit Tau (Naturholz mit Seil) und die Karlie Sitzstange Liane (seilbasiert, für zusätzliche Abwechslung) gut zusammen. Für den Boden ist der Karlie Vogelsand-Teppich XL, 6er Set eine hygienische, leicht wechselbare Wahl. Für die Beschäftigung passen der Karlie Flamingo Brain Train Bird Mix und das Karlie Brain Train Bird Board gut zum Verstecken von Futter. Für einen stabilen Futter- und Wassernapf passend zu einem Papagei dieser Größe eignet sich der Karlie Papageiennapf 400 ml.
Geistige Herausforderung und Verhaltensprobleme
Beschäftigung ist bei dieser Art keine nette Zusatzleistung, sondern ein Kernbedürfnis: In der Wildnis verbringt ein Vasapapagei einen Großteil des Tages mit der Suche und Bearbeitung von Früchten und Samen, und diese Zeitgestaltung muss in Gefangenschaft anderweitig gefüllt werden. Bieten Sie durchgehend frisches, sicheres Nagematerial an, um dem natürlichen Nageverhalten ein Ventil zu geben; ohne dieses Material entsteht ein reales Risiko destruktiven Verhaltens an Käfigteilen oder Möbeln. Federrupfen und anhaltendes Schreien sind bei dieser Art, wie bei anderen Papageien, ein Wohlbefinden-Signal, das eine Ursachenforschung erfordert - medizinisch, verhaltensbedingt oder umgebungsbedingt - und niemals ein "Problemverhalten", das bestraft werden muss. Erkennen Sie frühe Anzeichen wie zunehmendes Schreien beim Weggehen des Halters oder die ersten kahlen Stellen, und passen Sie dann Umgebung, Zuwendungsmenge oder Beschäftigung an, statt zu warten, bis sich das Problem festgesetzt hat.
Training und Zähmung
Kurze, positive Trainingsmomente mit Futter als Belohnung funktionieren bei dieser intelligenten, neugierigen Art besser als Zwang oder lange Sitzungen. Bauen Sie bei einem scheuen oder Gebrauchtvogel schrittweise Vertrauen auf: Lassen Sie den Vogel selbst die Initiative ergreifen, näher zu kommen, statt ihn aktiv zu verfolgen. Kunststücke und gezieltes Target-Training sind bei Vasapapageien dank ihres Problemlösungsvermögens realistisch erreichbar, aber erwarten Sie nicht, dass Training die Lautstärke oder soziale Abhängigkeit der Art strukturell verändert - das sind feste Arteigenschaften, keine trainierbaren Gewohnheiten.
Gefiederpflege
Vasapapageien baden in der Regel gerne; bieten Sie regelmäßig ein flaches Bad oder eine leichte Besprühung an, besonders an heißen Tagen. Während der Mauser sind etwas mehr Federstaub und eine einzelne Feder am Boden normal; achten Sie besonders darauf, wenn ein Vogel während dieser Zeit merklich weniger aktiv wirkt. Die auffälligste Gefiederveränderung bei dieser Art ist nicht die gewöhnliche Mauser, sondern die vorübergehende Kahlheit am Kopf brütender Weibchen - das ist ein normales, hormonell bedingtes Phänomen und keine Erkrankung, aber ein Vogel mit anhaltender oder unerklärter Kahlheit außerhalb der Brutzeit sollte von einem vogelkundigen Tierarzt beurteilt werden. Sorgen Sie für ausreichend abwechslungsreiche Sitzstangen, um natürlichen Krallen- und Schnabelabrieb zu unterstützen, statt sich auf manuelles Schneiden als Standardmethode zu verlassen.
Gesundheit
Wie bei fast allen Papageien ist Psittakose (verursacht durch Chlamydia psittaci) der wichtigste zoonotische Aspekt: Das Risiko ist bei einem gesunden Vogel und guter Hygiene gering, aber nicht null. Waschen Sie sich nach Kontakt die Hände, reinigen Sie Käfig und Näpfe regelmäßig, sorgen Sie für ausreichend Belüftung, und suchen Sie bei eigenen grippeähnlichen Beschwerden nach Vogelkontakt einen Arzt auf und lassen Sie den Vogel von einem Tierarzt mit nachweisbarer Vogelerfahrung untersuchen. Ernährungsbedingte Probleme wie Übergewicht und Vitamin-A-Mangel entstehen vor allem bei einer zu einseitigen, samenreichen Ernährung - bei diesem von Natur aus Früchte- und Pelletfresser ist dieses Risiko besonders relevant, siehe Ernährungsabschnitt unten. Spezifisch dokumentierte erbliche Erkrankungen sind bei dieser Art nur begrenzt bekannt, was eher mit der kleinen, spezialisierten Zuchtpopulation zusammenhängt als mit einer außergewöhnlich guten Gesundheit. Lassen Sie einen neuen Vogel, besonders bei Erwerb von einem Züchter oder über eine Vermittlung, grundsätzlich von einem Vogeltierarzt untersuchen.
Ernährung
Eine Ernährung, die fast ausschließlich aus Samen besteht, ist für die meisten Papageien auf Dauer unzureichend ausgewogen, und das gilt für den Vasapapagei noch stärker: Diese Art ist in der Wildnis zu einem erheblichen Teil Früchtefresser, mehr als beispielsweise ein Wellensittich oder Agapornis. Bauen Sie die tägliche Ernährung auf einer Basis aus hochwertigen, vollwertigen Papageienpellets auf, ergänzt durch eine reichliche, täglich frische Portion Obst (unter anderem Apfel, Birne, Banane, Papaya und Granatapfel werden in der Vogelhaltung häufig genannt) und Gemüse, mit Samen als kleinerer Ergänzung und Beschäftigungsmaterial statt Hauptbestandteil. Die Umstellung eines samengewöhnten Vogels auf mehr Pellets und Frischfutter braucht oft Zeit und eine schrittweise Vorgehensweise; erhöhen Sie den Frischfutteranteil stufenweise statt auf einmal.
Vermeiden Sie bei dieser Art, wie bei allen Papageien, auf jeden Fall Avocado, Schokolade und Kakao, Alkohol, koffeinhaltige Getränke, Zwiebeln und Knoblauch in größeren Mengen sowie den künstlichen Süßstoff Xylit - dies ist eine kurze, nicht erschöpfende Liste; wenden Sie sich bei Zweifeln an einem bestimmten Lebensmittel an einen Tierarzt oder eine Giftnotrufzentrale. Frisches Trinkwasser muss immer verfügbar sein und täglich gewechselt werden; platzieren Sie den Wassernapf entfernt von einer Sitzstange, in die Kot fallen kann.
Vorteile
- Auffällig intelligenter, neugieriger und verspielter Charakter;
- Einzigartiges und wissenschaftlich gut dokumentiertes Brutverhalten, interessant für den ernsthaften Liebhaber;
- Von Natur aus früchtereiche Ernährung, die eine abwechslungsreiche, frische Fütterung statt einseitiger Samen fördert;
- Gutes soziales Verhalten gegenüber Artgenossen bei paar- oder gruppenweiser Haltung;
- Relativ selten im Handel, was für den spezialisierten Liebhaber gerade eine attraktive Herausforderung sein kann.
Nachteile und Punkte, auf die zu achten ist
- Kräftige, tägliche Lautstärke mit schrillen Rufen, besonders rund um die Brutzeit - ungeeignet für die meisten Reihenhäuser und Wohnungen;
- Benötigt eine geräumige, vorzugsweise begehbare Voliere und täglichen Freiflug, nicht nur einen Käfig;
- Darf nicht tierschutzgerecht einzeln gehalten werden - rechnen Sie mit mindestens einem Paar;
- Lebenserwartung von möglicherweise mehreren Jahrzehnten erfordert vorab Überlegungen zu einer Nachfolgehaltung;
- Begrenztes und unterschiedliches Sprachvermögen - keine Garantie für einen "sprechenden" Vogel;
- Relativ unbekannte, kleine Zuchtpopulation in Deutschland/Österreich, was Anschaffung und Beratung bei Problemen schwieriger macht als bei einer gängigen Art;
- Für die meisten Anfänger ehrlich gesagt keine kluge erste Wahl.
Anschaffung und Vermittlung
Kaufen Sie einen Vasapapagei ausschließlich bei einem spezialisierten, erfahrenen Züchter oder über eine anerkannte Vogelauffang-/Vermittlungsorganisation - aufgrund der begrenzten, spezialisierten Zuchtpopulation ist ein gewöhnliches Zoogeschäft für diese Art selten der richtige Ort. Verlangen Sie beim Kauf immer den Nachweis der legalen Herkunft (zum Beispiel eine Zuchtbescheinigung mit Angaben zu den Elterntieren) und prüfen Sie, ob der Vogel einen nahtlos geschlossenen Fußring trägt, siehe rechtlicher Rahmen oben. Achten Sie bei der Beurteilung eines Züchters auf Transparenz über Herkunft und Gesundheit, ob der Vogel hand- oder elternaufgezogen ist, und ob junge Vögel selbstständig fressen, bevor sie abgegeben werden. Denken Sie wegen der langen Lebenserwartung bereits bei der Anschaffung an eine Nachfolgehaltung, und erwägen Sie ernsthaft einen Gebrauchtvogel über eine Vermittlung: Spezialisierte Arten wie diese kommen häufiger als gängige Sittiche über eine notgedrungene Vermittlung verfügbar, und ein erfahrener, geduldiger Halter kann einem solchen Vogel noch immer ein gutes Leben bieten. Vermeiden Sie bei dieser Art einen Impulskauf noch nachdrücklicher als bei einem gängigen Sittich, angesichts der Kombination aus Platzbedarf, Lautstärke und langfristiger Bindung.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein Vasapapagei einzeln gehalten werden?
Das wird abgeraten. Die Art ist von Natur aus gruppenorientiert, und eine tierschutzgerechte Einzelhaltung gelingt in der Praxis nicht ausreichend, auch nicht mit viel menschlicher Zuwendung.
Ist ein Vasapapagei für eine Wohnung geeignet?
Meistens nicht. Die tägliche Lautstärke, mit schrillen Rufen, die besonders rund um die Brutzeit zunehmen, ist für die meisten Wohnungen und Reihenhäuser zu viel.
Brauche ich eine Genehmigung für einen Vasapapagei?
Eine gesonderte Genehmigung für privaten Besitz ist nicht erforderlich, aber die Art unterliegt CITES Anhang II/EU-Anhang B: Sie müssen einen Nachweis legaler Herkunft vorweisen können. Überprüfen Sie den aktuellen Status bei der zuständigen Behörde, bevor Sie einen Vogel anschaffen.
Warum wird das Weibchen manchmal kahl am Kopf?
Das ist ein normales, hormonell bedingtes Phänomen während der Brutzeit, keine Krankheit. Anhaltende oder unerklärte Kahlheit außerhalb der Brutzeit sollte jedoch von einem Vogeltierarzt beurteilt werden.
Lernt ein Vasapapagei sprechen?
Möglicherweise eine begrenzte Anzahl von Wörtern oder Lauten, aber das ist von Individuum zu Individuum sehr unterschiedlich und nie eine Garantie.
Fazit
Der Vasapapagei ist ein intelligenter, sozialer und aviaristisch besonderer Papagei, der wenig mit einem Einsteigervogel gemein hat: Er braucht eine geräumige, vorzugsweise begehbare Voliere, Gesellschaft von Artgenossen, eine früchtereiche Ernährung und einen Halter, der eine kräftige, tägliche Lautstärke ertragen kann. Dem steht ein aufrichtig interessanter, neugieriger Begleiter mit einem einzigartigen, gut dokumentierten Brutverhalten gegenüber, das bei keinem anderen gängigen Käfigvogel zu beobachten ist. Für einen erfahrenen Vogelliebhaber mit Platz, Zeit und Geduld kann dies eine besondere Bereicherung sein; für alle, die einen ruhigen, leicht erhältlichen oder geeigneten ersten Vogel suchen, ist eine andere Art ein ehrlicherer Ausgangspunkt.