Schlaf und Träume bei Hunden und Katzen: Was sagt die Wissenschaft?
, Von Michael van Wassem, 7 min Lesezeit
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Zuckende Pfötchen, leises Winseln, schmatzende Kiefer: Träumt Ihr Haustier wirklich? Entdecken Sie, was die Wissenschaft über Schlaf und Träume bei Hunden und Katzen sagt.
Ihr Hund zuckt im Schlaf mit den Pfoten und gibt dabei leise Laute von sich, oder Ihre Katze macht schmatzende Kieferbewegungen, während sie halb zusammengerollt vor sich hin döst. Träumt Ihr Haustier in diesem Moment wirklich? Die kurze Antwort: höchstwahrscheinlich ja. Hunde und Katzen durchlaufen, genau wie Menschen, verschiedene Schlafphasen, darunter eine REM-Phase, in der Träume am wahrscheinlichsten sind. Im Folgenden erfahren Sie, wie viel Schlaf Hunde und Katzen benötigen, was während des Schlafs in ihrem Körper passiert, was wir über Träume bei Haustieren wissen und nicht wissen, und wann verändertes Schlafverhalten ein Signal ist, auf das Sie achten sollten.
Hunde schlafen im Durchschnitt zwölf bis vierzehn Stunden pro Tag. Welpen und Senioren liegen häufig am oberen Ende dieser Spanne, mit Spitzenwerten von achtzehn oder sogar zwanzig Stunden, da Wachstum und Erholung viel Energie kosten. Katzen legen noch eine Schippe drauf: zwölf bis sechzehn Stunden sind normal, und insbesondere Wohnungskatzen und ältere Katzen können auf bis zu zwanzig Stunden pro Tag kommen.
Ein wichtiger Unterschied zum Menschen: Während wir in der Regel einen zusammenhängenden Nachtblock schlafen, verteilen Hunde und Katzen ihren Schlaf über den Tag in viele kürzere Perioden. Dieses polyphasische Schlafmuster stammt von ihren wilden Vorfahren, die es sich nicht leisten konnten, stundenlang unbewacht zu liegen. Ein Hund oder eine Katze, die tagsüber regelmäßig döst, zeigt also kein Anzeichen von Faulheit, sondern ganz normales, angeborenes Verhalten.
Genau wie beim Menschen durchlaufen Hunde und Katzen mehrere Schlafphasen. Zunächst gibt es eine leichte Dösephase: Das Tier liegt still, reagiert aber noch schnell auf Geräusche oder Bewegungen. Danach folgt tieferer, erholsamer Schlaf, in dem sich Muskeln und Gewebe regenerieren. Schließlich gibt es die REM-Phase (Rapid Eye Movement), erkennbar an schnellen Augenbewegungen unter den Lidern, unregelmäßiger Atmung und manchmal kleinen Muskelzuckungen.
💡 Bei Hunden und Katzen wechseln sich diese Phasen schneller ab als beim Menschen: Ein vollständiger Zyklus dauert bei einem Hund etwa zehn bis zwanzig Minuten, gegenüber etwa neunzig Minuten bei einem erwachsenen Menschen. Das passt zu Tieren, die von Natur aus auch während der Ruhe wachsam auf ihre Umgebung reagieren können müssen.
Während der REM-Phase ähnelt die Gehirnaktivität von Hunden und Katzen ihrer Gehirnaktivität im Wachzustand, während die meisten Muskeln vorübergehend „abgeschaltet" sind, um zu verhindern, dass der Körper Bewegungen tatsächlich ausführt. Diese Kombination, aktives Gehirn in einem ansonsten entspannten Körper, ist genau das Muster, das beim Menschen mit Träumen einhergeht. Tierversuche, insbesondere an Ratten, haben zudem gezeigt, dass das Gehirn während des REM-Schlafs aktiv Muster „abspielt", die dem ähneln, was das Tier tagsüber erlebt hat, etwa das Laufen einer bekannten Route. Bei Hunden und Katzen ist eine solche Forschung schwieriger durchzuführen, aber Verhaltensforscher gehen davon aus, dass etwas Vergleichbares geschieht: Ihr Haustier erlebt möglicherweise Fragmente seines Tages erneut.
🐶 Einige Forscher, darunter der bekannte Hundepsychologe Stanley Coren, vermuten, dass kleinere Hunderassen häufiger, aber kürzer träumen als große Rassen. Diese Idee ist plausibel, aber wissenschaftlich noch nicht abschließend bewiesen. Was hingegen feststeht: Je länger und tiefer der Schlaf, desto größer der Anteil an REM-Schlaf, und desto wahrscheinlicher ist es, dass geträumt wird.
Die vorübergehende Muskelentspannung während des REM-Schlafs ist nicht lückenlos: Bei vielen Hunden und Katzen brechen kleine Bewegungen hindurch. Denken Sie an zuckende Pfoten, „laufende" Bewegungen, zuckende Ohren, leises Wimmern oder ein kurzes Knurren. Das ist vergleichbar mit sprechenden oder zuckenden Menschen im Schlaf und für sich genommen völlig normal.
⚠️ Wecken Sie einen träumenden Hund oder eine träumende Katze nicht abrupt, indem Sie ihn oder sie plötzlich berühren. Nicht weil Träume gefährlich sind, sondern weil ein Tier, das abrupt aus dem Tiefschlaf schreckt, desorientiert reagieren und unbeabsichtigt zuschnappen oder erschrecken kann. Rufen Sie lieber leise den Namen oder machen Sie aus der Entfernung ein Geräusch, damit Ihr Haustier ruhig aufwacht.
Eine einzelne unruhige Nacht ist selten ein Problem. Achten Sie jedoch auf folgende Anzeichen, insbesondere wenn sie anhalten oder mit anderen Beschwerden einhergehen:
💡 Bei älteren Hunden und Katzen kann anhaltende nächtliche Unruhe auf Gelenkschmerzen oder, im hohen Alter, auf kognitiven Abbau (eine Form der „Demenz" bei Haustieren) hinweisen. Wenden Sie sich im Zweifelsfall an Ihren Tierarzt, um körperliche Ursachen auszuschließen, bevor Sie es allein auf Verhalten zurückführen.
Ob Ihr Haustier nun träumt oder nicht, qualitativ guter Schlaf ist für seine Gesundheit und sein Verhalten tagsüber unerlässlich. Ein paar praktische Tipps:
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Sehr wahrscheinlich ja. Während des REM-Schlafs ähnelt ihre Gehirnaktivität dem Wachzustand, was beim Menschen mit Träumen einhergeht. Den genauen Inhalt eines Hundetraums können wir nur erahnen.
Das sind meist kleine Muskelbewegungen, die während der REM-Phase durch die normale Muskelentspannung hindurchbrechen, vergleichbar mit sprechenden oder zuckenden Menschen im Schlaf. Für sich genommen ist das harmlos.
Zwölf bis sechzehn Stunden pro Tag sind normal, ältere oder Wohnungskatzen können auf etwa zwanzig Stunden kommen.
Lassen Sie ihn vorzugsweise von selbst aufwachen. Hält die Unruhe länger an, rufen Sie lieber leise seinen Namen aus der Entfernung, statt ihn zu berühren, um eine Schreckreaktion zu vermeiden.
Nicht unbedingt, viele Haustiere schlafen von Natur aus schon einen Großteil des Tages. Eine plötzliche, deutliche Zunahme in Kombination mit weniger Appetit, Lustlosigkeit oder anderen Beschwerden ist jedoch ein Grund, Ihren Tierarzt zu konsultieren.
Hunde und Katzen träumen sehr wahrscheinlich tatsächlich: Ihr Gehirn zeigt während des REM-Schlafs dieselben aktiven Muster, die beim Menschen mit Träumen einhergehen, und die zuckenden Pfoten und leisen Laute sind sichtbare Ausdrucksformen davon. Wichtiger als die Frage, ob sie träumen, ist, ob ihr Schlaf qualitativ gut ist. Genügend Stunden, ein ruhiger Ort und ein Korb, der zu ihrer Schlafhaltung passt, machen dabei den Unterschied. Haben Sie Zweifel wegen verändertem Schlafverhalten bei Ihrem Haustier, wenden Sie sich an Ihren Tierarzt.
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