Hond en kat eten rustig gras in een veilige tuin

Warum fressen Hunde und Katzen Gras? Der Mythos ums Erbrechen widerlegt

, Von Michael van Wassem, 6 min Lesezeit

Frisst Ihr Hund oder Ihre Katze manchmal Gras? Wissenschaftliche Studien widerlegen den populären Mythos, dass Tiere Gras fressen, um sich zu übergeben – und es gibt ein Risiko, das dabei oft übersehen wird.

Ihr Hund stürzt sich beim Morgenspaziergang direkt auf einen Grasbüschel, oder Ihre Katze knabbert am Grün auf der Fensterbank. Kurz darauf folgt manchmal ein Rülpser oder eine kleine Pfütze Erbrochenes auf dem Teppich. Kommt Ihnen das bekannt vor? Die Erklärung, die die meisten Menschen kennen, lautet, dass Tiere Gras fressen, "um sich zu übergeben". Wissenschaftliche Studien zeigen, dass dieses Bild nicht stimmt.

Kurze Antwort: Warum fressen Hunde und Katzen Gras?

Gras fressen ist bei beiden Tierarten ganz normales Verhalten und meist kein Krankheitszeichen. Eine Studie der University of California–Davis zeigte, dass 79 % der Hunde mit täglichem Zugang zu Pflanzen tatsächlich davon fraßen und dass sich nur 9 % von ihnen vor dem Grasen krank verhielten. Bei Katzen spielen wahrscheinlich Instinkt, der Bedarf an Ballaststoffen und die Unterstützung beim Entfernen von Haarballen eine Rolle. Für beide gilt: Gelegentliches Grasfressen gehört zu einem gesunden, neugierigen Tier dazu.

Warum tun sie das genau?

Bei Hunden

Hunde stammen von Wölfen ab, und Wölfe fressen nach dem Erlegen einer Beute auch deren oft halbverdauten pflanzlichen Mageninhalt. Diese Gewohnheit scheint sich teilweise erhalten zu haben. Zusätzlich nennen Forscher drei weitere Erklärungen: Gras liefert Rohfaser und Ballaststoffe, die die Verdauung unterstützen, Textur und Geschmack sprechen manche Hunde einfach an, und Langeweile oder zu wenig geistige Anregung können das Verhalten verstärken.

Bei Katzen

Katzen sind strikte Fleischfresser, aber in freier Wildbahn knabbern sie nach der Jagd oft am Mageninhalt ihrer Beute, einschließlich pflanzlichem Material. Gras enthält außerdem Folsäure und Spurenelemente, und die Ballaststoffe helfen dabei, verschluckte Haare durch Erbrechen oder über den Kot auszuscheiden. Katzen, die sich viel putzen, grasen daher oft etwas häufiger als andere Katzen.

Der hartnäckige Mythos: "Sie fressen Gras, um sich zu übergeben"

💡 In einer viel zitierten Studie von Sueda, Hart und Cliff (2008, veröffentlicht in Applied Animal Behaviour Science) zeigte sich, dass nur 22 % der untersuchten Hunde regelmäßig nach dem Grasfressen erbrachen und weniger als 10 % zuvor bereits Anzeichen von Unwohlsein zeigten. Grasen erwies sich also größtenteils als unabhängig von Krankheit oder Übelkeit: Für die meisten Hunde ist es einfach Teil des normalen Futtersuchverhaltens.

Das bedeutet nicht, dass Erbrechen nach dem Grasfressen niemals vorkommt. Das scharfe, schwer verdauliche Blatt kann die Magenwand mechanisch reizen, sodass manche Tiere dennoch würgen müssen. Das ist dann ein Nebeneffekt, kein eigentliches Ziel.

Wann sollten Sie wirklich aufpassen?

Gelegentliches Grasen ohne Beschwerden ist kein Grund zur Sorge. Achten Sie jedoch auf folgende Anzeichen:

  • Eine plötzliche, starke Zunahme der gefressenen Grasmenge
  • Wiederholtes Erbrechen, Lustlosigkeit oder verminderter Appetit im Zusammenhang mit dem Grasen
  • Durchfall oder Blut im Erbrochenen oder im Kot
  • Auch nicht essbare Gegenstände werden gefressen, wie Erde, Steine oder Stoff (dies wird Pica genannt und kann auf einen Mangel, eine Magen-Darm-Erkrankung oder Stress hinweisen)
  • Unerklärlicher Gewichtsverlust

Bei einem oder mehreren dieser Anzeichen ist ein Termin beim Tierarzt der richtige nächste Schritt. Es könnte sich um eine Futterunverträglichkeit, Parasiten, eine Magen-Darm-Erkrankung oder einen Mangel in der Ernährung handeln.

Ein oft vergessenes Risiko: Lungenwurm durch Schneckenschleim

Was in wenigen Artikeln zu diesem Thema erwähnt wird: Gras kann ein Übertragungsweg für den Lungenwurm sein (Angiostrongylus vasorum, auch französischer Herzwurm genannt). Schnecken und Nacktschnecken tragen die Larven dieses Wurms in sich. Ein Hund, der Gras frisst, auf dem Schneckenschleim ist, oder der versehentlich eine Schnecke verschluckt, kann sich infizieren. Der Lungenwurm kommt in ganz Europa vor, auch in Deutschland und Österreich, und eine unbehandelte Infektion kann zu ernsthaften Herz- und Lungenproblemen führen.

⚠️ Lassen Sie Ihren Hund nicht aus Wassernäpfen im Freien trinken oder mit Spielzeug spielen, das draußen gelegen hat, ohne es vorher zu kontrollieren, und besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, ob Ihr Entwurmungsplan auch Schutz vor Lungenwurm bietet. Nicht jedes Standardmittel deckt dies ab.

Störendes Verhalten? So gehen Sie es praktisch an

Möchten Sie das Grasen lieber etwas eindämmen, zum Beispiel weil sich Ihr Hund davon übergeben muss oder weil Ihr Garten gespritzt wurde? Diese Maßnahmen helfen:

  • Prüfen Sie die Ernährung. Ein Futter mit ausreichend Ballaststoffen verringert oft das Bedürfnis, selbst Rohfaser zu suchen. Für Katzen mit empfindlicher Verdauung kann ein speziell zusammengestelltes Futter wie das Royal Canin Digest Sensitive Frischebeutel-Multipack Abhilfe schaffen.
  • Unterstützen Sie die Darmflora. Bei einem Hund, der nach weichem Kot oder Stress häufiger Gras sucht, kann ein Probiotikum wie cdVet Fit-BARF DarmFlora helfen, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Sprechen Sie im Zweifel mit Ihrem Tierarzt.
  • Verringern Sie Langeweile. Grasen aus Langeweile nimmt oft ab, sobald ein Hund geistig gefordert wird, zum Beispiel mit einem Denkspielzeug wie dem Trixie Dog Activity Flower Tower.
  • Bleiben Sie beim Entwurmen im Zeitplan. Ein aktueller Entwurmungsplan mit geeigneten Entwurmungstabletten begrenzt das Risiko, dass grasbedingte Parasiten zu einem Problem werden.
  • Vermeiden Sie behandeltes Gras. Bleiben Sie von Rasenflächen fern, die kürzlich mit Unkrautvernichtungsmitteln oder Kunstdünger behandelt wurden, und prüfen Sie, ob in Ihrem eigenen Garten giftige Zierpflanzen stehen.

Checkliste: Handeln nötig oder nicht?

  • Ab und zu etwas Gras fressen, ansonsten fit und aktiv → keine Maßnahme nötig
  • Gelegentliches Erbrechen nach dem Grasen, ansonsten gesund → beobachten, keine unmittelbare Sorge
  • Regelmäßiges Erbrechen, Durchfall oder Lustlosigkeit → vereinbaren Sie einen Termin beim Tierarzt
  • Frisst auch Erde, Steine oder anderes Nicht-Futter → beim Tierarzt abklären lassen (Pica)
  • Zugang zu behandeltem Rasen oder unbekannten Pflanzen → diesen Zugang sofort verhindern

Häufig gestellte Fragen

Ist es gefährlich, wenn mein Hund oder meine Katze Gras frisst?

An sich nicht. Achten Sie jedoch auf gespritzte Rasenflächen, giftige Zierpflanzen und Schneckenschleim wegen des Lungenwurmrisikos bei Hunden.

Sollte ich mein Haustier davon abhalten, Gras zu fressen?

Das ist nicht nötig, außer wenn das Verhalten übermäßig oder zwanghaft ist oder auf unsicherem Untergrund stattfindet. Gelegentliches Grasen ist normales Verhalten.

Hilft Katzengras wirklich?

Ja. Eine Schale speziell gezüchtetes Katzengras, wie die Trixie Katzengras-Schale, bietet Ihrer Katze eine sichere, kontrollierte Möglichkeit zu grasen, ohne die Risiken von Gras im Freien wie Pflanzenschutzmittel oder Schneckenschleim.

Wann sollte ich zum Tierarzt gehen?

Bei anhaltendem Erbrechen, Blut im Erbrochenen oder im Kot, Lustlosigkeit, Gewichtsverlust oder wenn Ihr Haustier auch nicht essbare Gegenstände frisst.

Zusammenfassung

Gras fressen ist bei Hunden und Katzen größtenteils normales Futtersuchverhalten und meist kein Krankheitszeichen: Wissenschaftliche Studien haben den populären Mythos, dass Tiere sich dadurch übergeben wollen, weitgehend widerlegt. Achten Sie jedoch auf häufiges Erbrechen, Durchfall, Lustlosigkeit oder das Fressen nicht essbarer Gegenstände, und denken Sie an das Risiko von Lungenwurm durch Schneckenschleim sowie an gespritzte Rasenflächen. Mit einer ausgewogenen Ernährung, ausreichend geistiger Anregung und einem aktuellen Entwurmungsplan halten Sie das Verhalten in gesunden Grenzen.

Sind Sie sich dennoch unsicher über das Verhalten Ihres Haustiers, oder möchten Sie die Verdauung zusätzlich unterstützen? Wenden Sie sich dann an Ihren Tierarzt, oder werfen Sie einen Blick auf das oben genannte Probiotikum, ein geeignetes Entwurmungsmittel und das Denkspielzeug.

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